Der Energieausweis


Wann benötigen Sie einen Energieausweis ?

Die häufigste Frage zum Thema Energieausweis ist wohl – wann benötige ich überhaupt einen Energieausweis?
Die Pflicht zur Vorlage eines Energieausweises wird im §16 der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Dort heißt es sinngemäß das ein Energieausweis vorzulegen ist wenn ein Bestandsgebäude, ganz oder in Teilen (z.B.  eine Wohnung im Mehrfamileinhaus) vermietet, verkauft oder verpachtet werden soll. Vonn der Ausweispflicht befreit sind Baudenkmäler.
Sonderregelungen für die Ausweispflicht bei neu errichteten Gebäuden sowie die Aushangpflicht von Energieausweisen in öffentlichen Gebäuden, möchte ich hier nur erwähnen aber nicht detailierter beschreiben.

Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis?

Es gibt zwei unterschiedliche Energieausweise, einen verbrauchs- und einen bedarfsbasierten. Ob der Eigentümer die Wahlfreiheit zwischen diesen Ausweisen hat, hängt vom Baujahr des Gebäudes sowie der Anzahl der darin vorhandenen Wohneinheiten ab.

Für Gebäuden mit bis zu vier Wohnungen und einem vor dem 01.11.1977 gestellten Bauantrag ist der Bedarfsausweis Pflicht. Eine Sonderregelung für Gebäude die weniger als fünf Wohneinheiten beinhalten und deren Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde, erlaubt die Wahlfreiheit wenn das Gebäude zum Zeitpunkt der Erstellung oder durch spätere Sanierungsmaßnahmen das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11.08.1977 (BGBl. I S. 1554) nachweislich einhält.
Liegen keine oder nur unzureichende Verbrauchsdaten vor (oftmals bei Dezentralen Heizsystemen wie Nachtspeicherheizungen), kann es zu der Situation kommen das rechtlich ein Verbrauchsausweis erstellt werden könnte – die technische Umsetzung jedoch nicht möglich ist. Hier bleibt nur der Weg über einen Bedarfsausweis. Fehlende Verbrauchsdaten dürfen nicht interpoliert werden.

Worin unterscheiden sich die Rechenverfahren?

Der Verbrauchsausweis legt die Energieverbrauchswerte der vergangenen Jahre zugrunde, die allerdings stark vom Verhalten der Bewohner abhängen. Der Bedarfsausweis hingegen berechnet den Energiebedarf eines Hauses unabhängig vom Nutzerverhalten, indem ein Energieberater vor Ort und detailliert den Zustand der Bausubstanz und der Heizungsanlage bewertet.

Dass zwei verschiedene Berechnungsgrundlagen für Energieausweise zugelassen sind, sorgt häufig für Verwirrung. Zudem ist die Vergleichbarkeit der Daten eingeschränkt. Daher ist langfristig die Konzentration auf einen Standard ratsam. Die dena empfiehlt die Verwendung des Bedarfsausweises: Seine Daten werden von einem ausgewiesenen Experten erhoben, sind objektiver und ermöglichen entsprechend eine bessere Vergleichbarkeit unter Gebäuden.

Der Energieausweis bietet Orientierung

Ähnlich dem Energieeffizienzlabel bei Elektrogeräten werden Gebäude anhand eines Bandtachos auf einer Farbskala von Grün  nach Rot  entsprechend ihres Energiebedarfs bzw. -verbrauchs eingeordnet. Damit lassen sich die Kosten für Heizung und Warmwasserbereitung abschätzen. Zudem liefern die Effizienzklassen Anhaltspunkte über den energetischen Zustand des Gebäudes. Grundsätzlich ist die Einführung der Klassen daher zu begrüßen.  Die derzeitige Ermittlung der Klassen auf Basis der Endenergiebedarf birgt jedoch Risiken: es kann zu irreführenden Interpretationen führen, da u.a. der Kostenunterschied der Energieträger nicht berücksichtigt wird.